Unendliches Wachstum

Der Physiker Dr. Albert A. Bartlett referiert über das exponentielle Wachstum, das in seinen Konsequenzen für unser Leben auf dieser Erde kaum jemand zu verstehen scheint. Demnach befinden wir uns beim Resourcen-Verbrauch schon 1 Minute vor 12.

Also bitte 1 1/2 Stunden Zeit nehmen und diesen 8-teiligen Beitrag in Ruhe anschauen, es lohnt sich.

 

 

Ein Beispiel, um den Effekt des exponentiellen Wachstums zu veranschaulichen ist eine Flasche mit Bakterien.
Nehmen wir mal an, wir haben Bakterien, die sich jede Stunde auf die doppelte Anzahl vermehren. Um 11 Uhr morgens befindet sich 1 Bakterie in der Flasche, um 11:01 Uhr 2 Bakterien usw. Die Flasche ist um 12:00 voll bis oben hin.
Frage: Wann ist die Flasche halb gefüllt?
Ja, um 11:59 Uhr, eine Minute vor 12:00 Uhr.
Zweite Frage: Wenn wir eine Bakterie in dieser Flasche wären, wann merken wir wohl, dass es eng werden wird?
Mancher wird es vielleicht erst 1 Minute vor 12:00 Uhr merken. Gehen wir nach 5 vor 12:00 ist die Flasche erst 3,1% (1/32) gefüllt, da ist noch eine Menge Platz.
Dieses Beispiel zeigt sehr anschaulich die Beschleunigung einer exponentiellen Entwicklung in den letzten "Minuten".

Übertragen auf das Bevölkerungswachstum oder die Versorgung mit Öl als wichtigstem Energieträger könnte man natürlich sagen, dass wir hier ein viel langsameres Wachstum haben, also viel mehr Zeit aus der Flasche heraus zu kommen. ABER dieser Beschleunigungseffekt tritt auch hier auf. Nehmen wir mal ein "moderates" Wachstum des Energieverbrauchs von 7% pro Jahr an, dann haben wir immerhin eine Verdopplung in 10 Jahren. In einer solchen Steigerung befanden wir uns noch vor wenigen Jahrzehnten bei der weltweiten Ölförderung. Nur mal angenommen, wir könnten den Verbrauch mit diesen Steigerungsraten weiter betreiben und wir befinden uns etwa auf dem Höhepunkt der Ölförderkurve, also die Hälfte ist verbrannt, dann befinden wir uns tatsächlich schon in der letzten Minute. Dann wäre in 10 Jahren alles Öl aufgebraucht. Viel längere Zeiträume, diese Ressource zu nutzen, können nur bei Annahme von Null-Wachstum oder gar einem Rückgang des Verbrauchs, erwartet werden. Danach sieht es nicht aus! Selbst wenn im Flaschen-Beispiel 3 neue Flaschen entdeckt werden, haben die Bakterien einen Aufschub von 2 Minuten.

Was die ökologischen Auswirkung des Bevölkerungswachstums anbelangt, haben wir durch den überproportionalen Ressourcen-Verbrauch der "reichen" Länder, schon die 12 Uhr überschritten. Der ökologische Fußabdruck der Menschheit bescheinigt schon einen Verbrauch der Ressourcen der Welt von 140% pro Jahr.

Nach Prof. Bartlett sind diese Effekte von exponentiellen Entwicklungen keine Meinungen, sondern Fakten, die sich aus einer einfachen Arithmetik ableiten.

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