Meine Geschichte

Rüthen im Sauerland

Ich wurde 1963 in die Familie eines Landarztes in Rüthen, Deutschland geboren. Weil meine Mutter mit in der Praxis arbeitete und ich das dritte Kind und ganz ruhig war, hat sich niemand wirklich um mich gekümmert. Ich fühlte mich einsam, aber ich hatte auch viele Freiheiten zu tun, was ich wollte. Ich entwickelte einen starken Eigenwillen.

In meiner Kindheit änderte sich mein Aussehen: von keine Haare, zu blonden Haaren, zu schwarzen Haaren, zu langen Haaren und später graue Haare

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In der Schule war ich recht gut in Mathe. Im Alter um zehn, sagte ich, dass ich Mathematik-Professor werden will. Mein Mathematiklehrer hat mir erste Schritte der Programmierung beigebracht. Ich glaube, er hatte den ersten Personal-Computer in der Stadt. Aber meine Talente und Interessen gingen auch in Richtung Musik (Violine, Chor, Gitarre, Jazz-Rock-Band), Theater und Kunst, wie Zeichnen. Ich denke, ich habe mich immer schon für viele verschiedene Dinge begeistert.

Nachdem mein Gewissen "staatlich geprüft" war, habe ich meinen Zivildienst in einem Kinderheim absolviert. Als Alternative zu Informatik studierte ich Psychologie in den 80er Jahren in Hamburg. Vor meinem Diplom-Abschluss wurde mein erster Sohn Jonas 1988 geboren. Als ich eine Gestalttherapie-Ausbildung machte, hatte ich die Gelegenheit, meinen eigenen persönlichen Hintergrund durchzuarbeiten. Einer meiner Lehrtherapeuten führte ein Zentrum für tibetischen Buddhismus, wohin ich drei Jahre lang jede Woche ging. Ich arbeitete in einer Anlaufstelle für Obdachlose, mit Psychiatrie-Patienten und Drogenabhängigen und später in meiner eigenen Praxis.

links: Jonas & Wolfgang, 1989, rechts: Frederick & Jonas, 1995

Jonas und WolfgangFrederick und Jonas

Nachdem mein zweite Sohn Frederick das Licht der Welt erblickt hatte, verließen wir Hamburg und zogen 1994 nach Lippstadt und dann zwei Jahre später nach Münster. Um Geld aus dem Verkauf einer Eigentumswohnung zu anzulegen, begann ich mich mit Anlagestrategien auseinanderzusetzen. Ich analysierte mehr und mehr Finanzdaten und tauschte Erfahrungen damit über das aufkommende Internet aus.

In einer Supervisions-Sitzung für Psychotherapeuten hatte ich das Bild von einem Zaun, auf dem ich saß, Psychologie auf der einen Seite, die Finanzwelt auf der anderen. Wo steige ich herunter?

Wolfgang

Mit dem deutschen Wirtschafts-Professor von der Boston University Max Otte startete ich eine deutsche Internetplattform für Investmentstrategien. Ich wurde ein Spezialist für Value-Investment und sammelte und analysierte eine Menge langfristiger Bilanzdaten. Zahlen, Computer und Mathematik waren mein Ding. Für mich war der Aktienmarkt ein Nullsummenspiel ... einige gewinnen, einige verlieren. Ich wollte Gewinner sein. Ich schrieb für eine Finanzzeitung "Die Aktien-Analyse" und mit einem Freund gründete ich eine Investmentgesellschaft "ramos value | konzept AG".

Manchmal liegen Gewinnen und Verlieren ganz dicht beieinander. Nach meinem besten Anlagejahr 1998 zerbrach meine Ehe. Meine Söhne, einer noch im Kindergarten, litten am meisten darunter, ihre Familie zu verlieren. Weil ich zu Hause arbeitete, blieben sie bei mir in der Wohnung. In den nächsten Jahren verlor ich eine Menge Geld in der "Dotcom-Krise" und durch Scheidung. Das hat mich motiviert, meine Anlagestrategien noch zu verbessern. Es gab Raum dafür, dass sich mein Weg mit meiner jetzigen Frau und Liebe meines Lebens gekreuzt hat.

Wir fanden ein Haus und zogen zusammen. Da meine Frau ihre Liebe an eigene Kinder weiter geben wollte, nahmen wir zwei Pflegekinder auf, Zwillinge von 1 ½ Jahren. Jetzt wissen wir, dass dies eine große Herausforderung für Nerven und Geduld ist, aber auch eine wunderbare Bereicherung. So lebe ich den größten Teil meines Erwachsenenalters mit Kindern zusammen.

Familie

Um Wirtschaft und Psychologie für mich näher zusammen zu bringen, habe ich eine Ausbildung in einem Körper- und Emotions-orientierten Coaching bei Boudewijn Vermeulen, einem ehemaligen Wirtschaftsprüfer, gemacht. Ich verbesserte mein Körperbewusstsein und wurde präsenter und klarer in der Welt.

Nachdem ich 25 Jahre zuvor schon in Kontakt mit dem tibetischen Buddhismus gekommen war, trat ich 2007 einer Meditations- und Studiengruppe bei, die von Ringu Tulku Rinpoche initiiert worden war. Obwohl ich kein tiefer Meditierer geworden bin, haben die buddhistische Studien langsam und Schritt für Schritt mein Denken verändert, Mitgefühl zu entwickeln, Anhaftungen abzulegen und einen starken Wunsches zu entwickeln, anderen Lebewesen nicht zu schaden.

Ringu Tulku Rinpoche mit seinen neuen Schuhen:

soup stone group

Als das Bankensystem im Jahr 2008 zusammenbrach, dachte ich, dass es an der Zeit ist zu verstehen, wie das Geldsystem funktioniert. Mein wichtigster Lehrer war Helmut Creutz. Nun verstand ich, dass das exponentielle Wachstum von Geld auf der einen Seite und Schulden auf der anderen regelmäßig zu wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewichten, Kollaps und sogar Kriegen führt. Das ökonomische Paradigma (und die Illusion) des unendlichen Wachstums hat enorme Folgen für die Ökologie unseres Planeten.

Jetzt, als Wachstumskritiker, hatte ich meinen Wunsch, Millionär zu werden, in den Wind geschlagen, und beschäftigte mich mit Geldreform, bedingungslosem Grundeinkommen und der Transition-Town-Bewegung.

Zuallererst hatte ich Guy McPherson in einem Interview mit Janaia Donaldson bei Peak Moment TV im März 2014 gesehen:

Ich war tief berührt von ihrem ernsten Gespräch und den Tränen am Ende der Sitzung. Ich war nicht schockiert, denn in gewisser Weise, wusste ich, dass hemmungsloses Wachstum zu großen Katastrophen führen wird. Aber letztlich damit konfrontiert zu sein, in naher Zukunft alles zu verlieren, was man liebt, war wirklich eine harte Sache. Ich wollte alles über Guy und seine Arbeit wissen und lud ihn auf seiner Europa-Tournee im Jahr 2015 in unserem Haus in Münster ein. Achtung: Dieser Typ kann Leben verändert sein!

Nun widme ich mich dem, eine deutsche Stimme für Abrupten Klimawandel und baldiges Aussterben der Menschheit (BAM) zu sein. Warum? Ich weiß, dass nicht jeder diese Botschaft hören will. Aber dann könnte man die Chance verpassen, ein intensives, volles und hervorragendes Leben zu führen, auch wenn es nur für ein paar Jahre ist. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn sich jemand mit dem Ende unserer Zivilisation auseinandersetzen will, ist es viel besser, jemanden an der Seite zu haben. Also, hier bin ich.

Im Jahr 2015 übersetzte ich die großartige Video-Präsentation "Methan Monster II ~ der Untergang der Arktis" von Jennifer Hynes ins Deutsche. Ihre Dokumentation illustriert das Schmelzen von Eismassen und die massive Freisetzung von Methan, so dass der Betrachter einen tiefen Einblick in die verzweifelte Lage der Welt bekommen kann. Für mich war diese Übersetzungsarbeit eine lange, tiefe Meditation über das Sterben der Erde, wie wir es kennen.

Während dieser Arbeit starb im Oktober 2015 meine Mutter, die in einem Pflegeheim in meiner Nähe gelebt hatte. So bekam mein Trauer-Prozess noch eine andere Dimension. Im November hatte ich die Gelegenheit, an einem Trauer-Ritual-Workshop mit der berühmten afrikanischen Schamanin Sobonfu Somé teilzunehmen.

Mit einem großen Schritt, die katastrophale Situation zu akzeptieren und mehr Zeit nach dem Tod meiner Mutter, begann ich, Podcast-Episoden "Schneller als gedacht" zu produzieren. Ich hatte die Ehre, zur Premiere im März 2016 ein Interview mit Guy McPherson zu haben.

 

Und ich mag:

Wolfgang und Akeladjembe 2009

Wolfgang paddeln