Schneller als gedacht - Abrupter Klimawandel

NASA Global Warming, Quelle: data.giss.nasa.gov

(Bild: NASA Global Warming, Quelle: data.giss.nasa.gov)

Zu spät?

Der amerikanische Wissenschaftler Guy McPherson rechnet mit einem abruptem Klimawandel, massiven Veränderungen des menschlichen Habitats und dem daraus folgenden Aussterben der menschlichen Spezies.

Es wird ernst

Lange habe ich mir das Thema Klimawandel vom Leib gehalten. Ich dachte, wenn der Meeresspiegel in 50 oder 100 Jahren steigt, wird es bestimmt den Niederländern gelingen, ihre Deiche ein, zwei Meter höher zu bauen. Im Norden Deutschlands bekommen wir vielleicht sogar Mallorca-Wetter, damit lässt es sich aushalten. Die tausenden Toten bei Überschwemmungen z.B. in Bangladesch sind zwar eine Herausforderung an mein Mitgefühl, aber weit weg. Seit ich mich mit dem abrupten Klimawandel (abrupt climate change) befasse, ist es vorbei mit diesen Illusionen. Es wird ernst.

Wir sterben aus

Erstmalig bin ich mit McPhersons Thesen im Frühjahr 2014 bei einem Interview mit Janaia Donaldson in Berührung gekommen. In ihrem Interview-Kanal Peak Moment spricht sie mit Guy McPherson über „Climate Change and Human Extinction“ (Klimawandel und das Aussterben der Menschheit). Janaia gelingt die Abmoderation dieses anrührenden Gesprächs nur noch mit Tränen in den Augen. Auch ich als Zuhörer war zu Tränen gerührt.

 

In diesem Blog möchte ich nach und nach in einer Folge von Artikeln Aspekte vom „Near-Term Human Extinction“ beleuchten. Das ist harter Tobak. Diese Auseinandersetzung verändert den Blick auf das eigene Leben radikal. Depression, Wut und Trauer gehören dazu. Manche sprechen aber auch von einer Befreiung, wenn es gelingt zu akzeptieren, dass der Tod zum Leben dazu gehört.

Links

  • Aussterben der Menschheit: Teil 2
  • Eine gute und knappe Zusammenfassung seiner Thesen bringt Guy McPherson in einem Interview im amerikanischen Fernsehen (RT) mit Thom Hartmann: www.youtube.com/watch?v=QGBy889jXIg
  • Viele ausführliche Artikel, Links zu Interviews und Videos veröffentlicht Guy McPherson auf seinem Blog Nature Bats Last (guymcpherson.com).
  • Die amerikanische Psychologin Carolyn Baker beschäftigt sich seit langem mit dem Umgang in solchen Krisen in kollabierenden Systemen. In einem bewegenden Gespräch mit Andrew Harvey greift sie die Thematik „Catastrophic Climate Change“ auf: vimeo.com/92105850

Kommentare

Hallo Wolfgang,

danke für den Hinweis auf MyPherson und seine Sicht der Dinge. Auch wenn ich Berichte und Meldungen zum Klimawandel gelegentlich verfolge, waren mir die Person und seine Interpretation neu.

Habe mir beide Interviews angeschaut und auch wenn seine Behauptungen und Argumente plausibel erscheinen, bewegen sie mich doch recht wenig.

Es mag daran liegen, dass mir das death denying unserer Gesellschaft bereits bewusst war und ich anders damit umgehe und außerdem schon die Haltung gewonnen habe mir keine Verantwortung aufzubürden, die ich nicht tragen kann und die ich auch nicht tragen muss.

Ich bin weiterhin eher spielerisch darum bemüht aufwertende statt zerstörende Spuren zu hinterlassen und komme der Kalenderweisheit "Jeden Tag zu leben als wäre es der letzte" auch recht nahe.

Schlimm am Untergang und Aussterben als solches wäre für mich nur, dass es wahrscheinlich sehr unschön von statten geht. Wenn wir schon in einigermaßen friedlichen Zeit zu wenig mit einander wirken, wie wird es dann erst in der Not sein?

Danke Jan für deinen Kommentar und schön von dir zu hören.
"Lebe jeden Tag" ist auch meine (letzte) Haltung. Wenig Spuren zu hinterlassen, gelingt mir nicht so wie ich mir das wünsche, denn ich bin mit meiner Verantwortung in meine Familie eingebunden. Das ist auch das was mir, wahrscheinlich jedem Vater und jeder Mutter das Herz zerreist. Mir war auch nicht klar, dass wir mit unserer Welt und all den "fühlenden Wesen" so am Abgrund stehen und schon mitten in einer Aussterbens-Welle. Das ist für mich unfassbar.

Der Unterschied wird sein, dass du eigene Familie hast und ich nicht. Das sehe ich tatsächlich als entscheidenden Einfluss auf die Gefühlslage und Gedanken.

Stelle mir vor, dass Eltern in bester Absicht darum bemüht sind ihrem Nachwuchs das Wunder des Lebens zu eröffnen und sich dafür einsetzen, dass es ihnen gut geht und dann offenbart sich, dass wir daran mitgewirkt haben ihnen ein zu frühes und grausiges Ende zu bereiten.

Das klingt alles sehr dramatisch.

Wenn ich mir den Temperaturverlauf der letzten 450.000 Jahre ansehe und nicht nur den der letzten 200-300 Jahre, dann relativieren sich all diese Ängste ganz massiv.
Siehe hier http://www.climate4you.com/images/VostokTemp0-420000%20BP.gif
von Seite http://www.climate4you.com/GlobalTemperatures.htm#An%20overview%20to%20get%20things%20into%20perspective

Angesichts der bereits im Endstadium befindlichen aktuellen Warmzeit und deren - bezogen auf die vorhergehenden Warmzeiten - doch recht niedrigen Spitzentemperaturen könnte eine menschgemachte Klimaerwärmung uns sogar vor den schlimmsten Folgen einer neuen Eiszeit retten.

Es gibt also noch genug "hopium"

Gruss

Uwe

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